Die Puppen aus Sachsen

Als es noch kein Fernsehen gab und man Kindern nicht einfach ein iPad in die Hand drücken wollte, gab es zur Unterhaltung, vor allem an Regentagen, das Puppenspiel. Ob Kasperletheater oder Schattenspiel, in fast jedem Haus war ein kleines Puppentheater vorhanden. Es förderte die Fantasie der Kinder und gleichzeit konnten sie bei der Herstellung der Puppen ein wenig Kunsthandwerk lernen.

Das Museum für sächsische Volkskunst versucht die Geschichte und Tradition der Puppen und des Puppentheates zu bewahren, Es hat eine eigene Puppen-Abteilung eingerichtet, die die Geschichte der Puppen, aber auch der Puppenspieler:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Puppenmuseen erzählt. Denn früher war es üblich, dass die Puppenspieler von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf zogen und auf Jahrmärkten und Festen ihr kleines Theater aufbauten. Auf diese Weise ist zum Beispiel das Kasperle-Theater überliefert und verbreitet worden. Die klassischen Rollen waren die des Kaspers, des Polizisten, des Teufel und des Todes, manchmal kam aber auch ein Krokodil hinzu.

Puppen aus mehreren Jahrhunderten

Im Jägerhof des Dresdner Museums werden in der Puppenausstellung immer wieder neue Aspekte herausgestellt. Die ältesten Exemplare sind über 200 Jahre alte Marionetten, aber es gibt auch viele Handpuppen. Natürlich darf auch eine der berühmtesten sächsischen Puppen nicht fehlen: das Sandmännchen. Insgesamt hat das Museum über 100.000 Ausstellungsstücke, die immer wieder zu neuen Sonderausstellungen zusammengestellt werden.

Die Sammlung geht zurück auf den Lehrer Otto Link, der von 1888 bis 1959 lebte und Herausgeber eines Puppenmagazins war. Er war aber auch Mitbegründer der UNIMA, der ersten internationalen Vereinigung von Puppenspielern. 1952 wurde seine Sammlung in Dresden untergebracht und er wurde der erste Direktor. Nach Links Tod zogen die Exponate erst nach Radebeul um, bis sie 2005 wieder nach Dresden in den Jägerhof kamen.

Sachsen war schon immer ein Mekka der Puppenspieler gewesen; um 1900 hatte es hier 150 Puppentheater gegeben und im Jahr 1930 war ein Fünftel der besten Puppenspieler weltweit aus Sachsen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*