Der Begriff der Volkskunst

Unter Volkskunst versteht man im Allgemeinen das kreative Schaffen, das nicht in die klassischen Künste oder die moderne Kunst eingebunden ist. Die Werke werden meistens von Künstlern erstellt, die keine Ausbildung hatten und ihre Werke auch nicht in einem theoretischen Rahmen einbetten. Viele Volkskunst-Werke sind handwerkliche Gegenstände, zum Beispiel Körbe, die zum Beispiel mit Ornamenten verziert sind. Ein prominentes Beispiel in Deutschland ist die Bauernmalerei.

Die Volkskunst war bis ins 19. Jahrhundert sehr verbreitet. Da die meisten Menschen keinen Zugang zu hohen Kunst hatten, war Volkskunst die einzige Kunstform mit der sie sich auseinandersetzen konnten. Volkskunst wird nicht in Schriften und Lehren übermittelt, sondern mündlich und meisten innerhalb von Familien oder regionalen Gemeinschaften. Das erklärt auch warum Volkskunst so verschieden ist und selbst innerhalb eines Bundeslandes große Unterschiede bestehen können.

Kunst auf Tontöpfen

Geschichtlich gesehen kann man bereits die ersten Höhlenmalereien als Volkskunst bezeichnen. Auch die Verzierungen auf den Tontöpfen der Frühzeit sind eine Form der Volkskunst. Die naive Malerei ist eine Kunstform, die sich ebenfalls aus der Volkskunst heraus entwickelte und heute noch eine Art Schnittstelle darstellt. Manche Kunstexperten sehen auch in Graffiti eine Kulturen übergreifende Kunstform, die mangels theoretischen Überbau bislang keinen Einzug in die Hochschulen gehalten hat und damit Kunst der Menschen ist.

In einem weiter gefassten Verständnis kann man zur Volkskunst auch die Volkstänze hinzuzählen. Sie stellen das Gegenstück zum Ballett dar. Das gleiche gilt auch für die Textilherstellung, wie zum Beispiel die Weberei und die Stickerei. Dies ist klassische Kunst der einfachen Menschen die Jahrhunderte alte Muster verwenden, um eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe oder einem Stamm auszudrücken. Damit wird auch deutlich, dass sich Volkskunst in allen Kulturen finden lässt.

Mit dem 20. Jahrhundert haben Menschen einen immer besseren Zugang zur klassischen Kunst bekommen, unter anderem auch durch eine bessere Bildung. Damit trat das Interesse an der Volkskunst aber in den Hintergrund.